Es können folgende zwei Konstellationen vorliegen:

  1. Ihr Schuldner ist ein Deutscher oder Ire und wohnt in Irland:
    Sie können dann gegen ihn ein Urteil vor einem irischen Gericht erstreiten und in Irland vollstrecken.
    Bis zu 6.348,69 � ist der District Court, bis zu 38.092,14 � der Circuit Court und über 38.092,14 � der High Court zuständig.
  2. Ihr Schuldner ist ein Deutscher oder Ire und wohnt in Deutschland, hat aber Vermögen in Irland:
    Sie können in Deutschland ein Urteil gegen ihn erstreiten und in Irland in sein Vermögen vollstrecken.
Im letzten Fall kommt die sog. "Brüsseler Konvention" bzw. das EuGVÜ (Europäische Vollstreckungsübereinkommen) von 1968 in seiner neuen Fassung in der Verordnung des Rates (EG) Nr. 44/2001, die mit Wirkung vom 01.03.02 in irisches Recht umgesetzt wurde, zur Anwendung.

Nach dem European Communities (Civil & Commercial Judgements) Regulation 2002 wird das deutsche Urteil in Irland anerkannt.

Dies geschieht in einem Antrag auf Anerkennung und Vollstreckung des deutschen Urteils ("ex parte application for recognition and enforcement").

Hierbei prüft der HIGH COURT besonders genau die richtige Zustellung aller Schriftsätze gegen den Beklagten in Deutschland. Sämtliche Zustellungs-nachweise müssen im Original und in englischer Übersetzung vorgelegt werden.

Gegebenenfalls sind zu einzelnen Rechtsfragen sog. "Affidavits" (ähnlich einer eidesstattlichen Versicherung) eines deutschen Anwalts vorzulegen.

Die Kosten bei Gericht betragen hierfür 10� und für den Antrag auf Anerkennung 60 �. Die Kosten eines irischen Anwalts sind zu erfragen.

Das Verfahren auf Anerkennung nimmt in der Regel 2-3 Monate und das Vollstreckungsverfahren selbst kann je nach Lage des Falles bis zu 12 Monate in Anspruch nehmen.

Hat der Schuldner Grundvermögen, was in Irland meistens der Fall ist, bietet sich die Eintragung einer Zwangshypothek (sog. "Judgement Mortgage") an. Diese wird meist als geringste Sicherheit angesehen, da meist zeitlich früher liegende "beneficial or equitable interests" vorgehen.

Ansonsten verläuft die Zwangsvollstreckung ähnlich wie in Deutschland in das bewegliche Vermögen. Am Ende des Verfahrens mag, wie in Deutschland, die Insolvenz einer Privatperson oder die Liquidation einer juristischen Person bzw. Firma stehen.

Die Anordnung der Vollstreckbarkeit ("Enforcement Order") des deutschen Urteils in Irland bleibt 12 Jahre lang wirksam und kann erneuert werden.

Kosten des Verfahrens trägt aufgrund einer Entscheidung des Gerichts ("Enforcement Order") in der Regel der Schuldner, wobei der Gläubiger vorleistungspflichtig ist.

HINWEIS:
Hier können nur die groben Grundzüge dargestellt werden, deshalb ist es in jedem Fall ratsam, anwaltlichen Rat aufzusuchen.
 
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